17.08.2026
Gemeinderat beschließt Verträge zur Windkraft / Jeder Haushalt profitiert mit einem Bürgerstrombonus
Eine weitere wichtige Etappe hat der Windpark Bräunlingen genommen. Der Gemeinderat hat die Verträge mit den Kooperationspartnern Energiequelle GmbH und LAOCO GmbH beschlossen, die in Kürze vom Bürgermeister unterzeichnet werden. Dabei konnten alle Kernpunkte aus der Gemeinderatsentscheidung vom vergangenen Oktober verankert werden. Ebenso konnte Bürgermeister Micha Bächle weitere Punkte ausverhandeln. Hierzu gehört auch, dass jeder Haushalt in Bräunlingen einen Bürgerstrombonus pro Windkraftanlage erhält, pro Anlage stehen hierzu 300.000 Euro zur Verfügung, die direkt an die Bürgerschaft ausgeschüttet werden. Auch wurden die Eckpunkte für eine Übernahme einer der Windenergieanlagen durch die Stadt festgezurrt. Im Zuge der Planungen sollen nach aktuellem Projektstand vier Anlagen entstehen. Ursprünglich war man von fünf Anlagen ausgegangen, jedoch ist ein Standort nach Auswertung der Turbulenzberechnungen nicht umsetzbar.
„Die Windkraft kommt voran. Wir konnten unsere Forderungen verankern, das Projekt forcieren und auch die Bürgerschaft wird direkt profitieren“, so Bürgermeister Micha Bächle.
Projektstand – 4 Anlagen
Auf Grundlage des Gemeinderatsbeschlusses im Oktober fanden in den vergangenen Monaten Vertragsverhandlungen zwischen der Stadt und den beiden Entwicklern des Projektes, der LAOCO GmbH und der Energiequelle GmbH statt. Die Stadt hat hierzu auch das Beratungsunternehmen Endura Kommunal mit der Kanzlei Sterr-Koelln & Partner beauftragt, um die Verhandlungen auf Seiten der Stadt zu unterstützen. Hierzu gab es zahlreiche Verhandlungsrunden, um die Punkte des Gemeinderatsentscheids auszuverhandeln. Parallel dazu fanden und finden bereits die natur- und artenschutzrechtlichen Untersuchungen statt, so dass hierdurch kein Zeitverzug bei der Umsetzung des Projektes entsteht. Auch gab es bereits Begehungen mit dem Forst um die Zuwegungen und potentiellen Standorte der Windenergieanlagen zu inspizieren. Die Projektierer haben zudem mit dem Landratsamt als Genehmigungsbehörde erste Gespräche geführt. Geplant ist 2024 die erforderlichen Antragsunterlagen einzureichen. Baubeginn soll 2025 sein.
Inhalte der Verträge
Im Zuge der Vertragsverhandlungen wurde vereinbart, dass die Pachteinnahmen an den jeweiligen Standort gekoppelt sind. Eine Anlage wird zwischen der Stadt und dem Fürstenhaus aufgeteilt. Die Pachtkonditionen konnten zudem gegenüber dem Angebot von Oktober 2022 verbessert werden, so dass nun auch die Höhe der Marktpreise für Strom als auch die Anlagenzahl dabei Berücksichtigung finden. Für die Zuwegung von der Kreisstraße bis zu den Brandhöfen sollen die städtischen Wege von den Projektierern auf deren Kosten zunächst für die Bauzeit als Schotterwege ausgebaut und danach so bearbeitet werden, dass diese als Unterbau für eine Teerstraße genutzt werden können. Der Projektierer verpflichtet sich zur Durchführung einer Öffentlichkeitsbeteiligung im Genehmigungsverfahren, sofern dies vom Landratsamt zugelassen wird.
Bürgerstrombonus
Die Umsetzung eines Bürgerstromtarifs erweist sich angesichts der hohen Volatilität der Strommärkte als schwierig an. Stattdessen konnte ein Bürgerstrombonus ausgehandelt werden. Jede Windenergieanlage wird dabei über einen längeren Zeitraum eine Summe von 300.000 Euro für einen Bürgerstrombonus zur Verfügung stellen. Ziel ist es, dass jeder Privat-Haushalt pro Jahr und Windenergieanlage 10 Euro erhält (aktuelle Planung 40€ pro Haushalt) und dies auf eine Laufzeit von zirka 10 Jahren.
Beteiligung an einer Windenergieanlage
Ein wichtiger Punkt war auch in den Vertragsverhandlungen die mögliche Übernahme einer der Anlagen durch die Stadt oder die Bürgerschaft. Die Stadt wird hierzu spätestens nach Erhalt des Zuschlags nach EEG oder Vorliegen einer vergleichbaren Vergütung ein annahmefähiges Angebot zur Übernahme einer Windenergieanlage von den Projektierern unterbreitet. Das Angebot soll sich dabei auf eine Windenergieanlage mit einer mittleren Windhöffigkeit beziehen. Hierzu werden die Projektierer Ertragsgutachten von zwei anerkannten unabhängigen Sachverständigen vorlegen. Die Konditionen für die Anlage liegen dabei unter den marktüblichen Konditionen. Die für eine Übernahme erforderlichen Verträge sollen nach Vorlage des Angebots erarbeitet werden, so dass die Entscheidung der Stadt bzw. der von ihr benannten Gesellschaft über die Annahme des Angebots und die Übernahme spätestens drei Monate nach Inbetriebnahme der Windenergieanlage erfolgen kann. Die Stadt kann ihrerseits auch anderen privaten Investoren aus dem Stadtgebiet, insbesondere einer Bürgerenergiegenossenschaft, eine Beteiligung in einer von ihr gewünschten Höhe ermöglichen.
Im Kooperationsvertrag werden zudem die Forderungen des Gemeinderates Null-Schattenschlag aber auch die Höhenbegrenzung geregelt. Diese Bestimmungen sind einklagbar und mit einer Vertragsstrafe belegt.
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